Tag 02. Mai 2025
Der Monat, in dem ich mit meinem Roller um Taiwan gereist bin, ist heute zu Ende. Mit einem schwerem Herzen gebe ich Schrotti um 14 Uhr in Taipei zurück. Aber ein Rückblick soll das Hier noch nicht werden, denn es ist Freitag und ich befinde mich in der großen City. Es steht also außer Frage, dass ich heute Abend ausgehe. Es ist mein vorletzter Tag in Taiwan, bevor ich das Land verlassen werde.
Von einer Bekanntin habe ich gehört, dass heute eine Drum and Bass Party irgendwo steigen soll. Ich bin sofort hyped. Ich liebe Drum and Bass und bekomme solche Parties nicht so oft, da wo ich herkomme. Deutschland ist immer noch Techno-Land. Das letzte Mal, dass ich zu DnB getanzt habe, war auf meiner Abschiedsfeier im Februar – mit vier DJs und Jungle-Motto definitiv eine der Nächte, die ich nicht vergessen werde.
Weil mir vor Kurzem die entwickelten Bilder der Party zugespielt wurden, hier ein kleiner Rückblick, den ich gerne teilen und festhalten möchte:





Ich vermisse die Leute aus meiner alten WG mies doll. Die Fotos hier sind daher eine so schöne Erinnerung an eine wichtige Zeit in meinem Leben.
Zurück in die Gegenwart
Die Party heute ist im Club „La fin“, dessen Instagramseite schon ordentlich Abfahrt verspricht. Ich verschaffe mir eine gute Grundlage für die Party bei 7/11 – heute bleibt wenig Zeit für Essen, da ich noch mit der MRT eine 40-minütige Fahrt auf mich nehmen muss, um meinen großen Reiserucksack von Freunden aus Taipei abzuholen. Gegen 20:30 bin ich zurück im Hostel. Die Versuchung, mich gerade einfach nur hinzulegen, ist größer als gedacht. Aber nach kurzer Zeit rappel ich mich dann doch auf, hüpfe unter die Dusche und ziehe meine schicksten Partyklamotten an, ergo, das Outfit, das ich momentan jeden Tag trage.
Das erste Bier gibt es für mich heute Abend bei 7-/11. Während ich mein gutes Tiger Crystal am Straßenrand trinke, quatsche ich am Telefon mit Jurij zuhause in Deutschland. Es ist kurz nach 22 Uhr, als ich mich auf den Weg zum Club mache. Ich habe die Option, mit der MRT eine halbe Stunde zu fahren, aber da darf ich kein Bier mitnehmen. Außerdem wird mir manchmal ein wenig schlecht in der U-Bahn. Ich laufe also lieber. Gute Musik auf die Ohren und dann geit dat schon.
4.5 Kilometer, über eine Stunde und drei Wegbier später, komme ich im La fin an. Zuerst erscheint die Gegend total unscheinbar für eine DnB Location. Viele hohe Gebäude, alles sieht eher schick aus. Sogar Taipei 101, welches einmal das höchste Gebäude der Welt war, kann man von hier aus sehen. Den Club finde ich nicht auf Anhieb. Erst das laute Wummern des Basses führt mich die Treppen runter zum Eingang. Es ist 23:45 Uhr. Die Security-Männer stehen in schicken schwarzen Anzügen da und sagen mir, ich solle meine Kaugummis wegwerfen. Während ich meine Bauchtasche durchsuchen lasse, blicke ich auf die erste Stage, die sich draußen befindet. Ein paar Leute sitzen auf Stühlen oder den Treppenstufen, rauchen und hören den Techhouse-Beats des DJs zu. Drinnen bekomme ich für 600 Taiwanesische Doller, umgerechnet ca. 18 Euro, den Schwarzlicht-Stempel auf die Innenseite meines Handgelenks gedrückt.
Die Preisliste für die Getränke schaue ich mir gar nicht erst an; direkt gehe ich wieder raus, denn über dem Club gibt es einen 7/11, wo sich noch andere Leute mit demselben Vorhaben wie ich, finden. Mit einer Dose Bier und einer kleinen Stärkung setze ich mich vor den Convenience-Store. Um mich herum sind nur Taiwanesen, die meisten von ihnen in Schwarz gekleidet aber sie haben noch etwas gemeinsam: sie sehen so verdammt cool aus mit ihren Outfits.
Über eine Stunde hierherzulaufen, hat mich auch ein wenig müde gemacht. Ich weiß, da hilft es nur noch, rein in den Club zu gehen und die Musik ihre Wunder wirken zu lassen. Es ist erst kurz nach Mitternacht, also eigentlich noch ziemlich früh für deutsche Verhältnisse. Aber der DJ gibt schon ordentlich Vollgas. Sein Name ist Omega und auf seinem schwarzen Shirt steht in weißer Schrift „Technologica“ geschrieben. An den dunklen Wänden des Clubs hängen zwei große Schwarzlichtposter, die in orangenen und roten Farben strahlen. Erinnert mich ziemlich an unsere Hausparties in der WG.
Im Club wird es plötzlich so richtig voll, als der DJ Tookie Tookie mit seinem Set auflegt. Um mich herum tanzen ein paar Frauen, die mit ihren Looks so aussehen, als hätten sie gerade eine Zeitreise aus der Partyszene in den frühen Zweitausendern unternommen. Wir lächeln uns an – ich fühle mich wohl. Dann wird es ziemlich UK Drum and Bass-lastig und es mischen sich einige weiße Leute dazu. Von einem werde ich angesprochen und gefragt, woher ich komme. Dass ich als Deutsche lieber zu DnB als zu Techno feiern gehe, überrascht ihn sichtlich. Natürlich ist er selbst Brite.
Spätestens aber, als sich Drum and Bass mit Metal mischt oder sogar The Prodigy gespielt wird, ist es um mich geschehen. Die Musik scheppert so dermaßen, dass ich in den fünf Stunden, die ich auf der Tanzfläche abzappel, nur zweimal kurz nach Draußen gehe. Alle fünf DJs legen so gut auf, dass ich nichts davon verpassen möchte.
Um einen Einblick in die Musikrichtung zu geben, habe ich ein paar Tracks ausgesucht, die mir in den DJ-Sets aufgefallen sind:)
Selbstverständlich halte ich auch die Namen der DJs nicht vor, die in der Nacht aufgelegt haben:
Omega Instagram: @djomega
Tookie Tookie Instagram: @tookietookiehere
Spacenoodlee Instagram: @space_noodlee
Ganja Instagram: @ganjamusic_official
Ziska Instagram: @ziska_hz
Die einzige weibliche DJ, @itsjoannelin, habe ich leider verpasst, da sie als erstes aufgelegt hat.
Den Club verlasse ich erst, als es wieder hell wird. Um sechs Uhr morgens komme ich zurück im Hostel an – dieses Mal mit Taxi, das mir James, der mir auf der Party Gesellschaft geleistet hat, freundlicherweise für mich zahlt. Im Hostel falle ich sofort ins Bett.
Als ich am nächsten Morgen aufstehen will, fällt es mir ordentlich schwer. Meine Füße tun so weh, dass ich kaum laufen kann und ich habe Muskelkater im gesamten Körper. Das muss ’ne gute Party gewesen sein.
Yeah Babe.😎💥🤘 Schöne Zeit in Japan.