Good Morning Vietnam: Zahl der Naturkatastrophen nimmt zu
Good Morning Vietnam: Zahl der Naturkatastrophen nimmt zu

Good Morning Vietnam: Zahl der Naturkatastrophen nimmt zu

14 Taifune trafen Vietnam 2025. Über 337.000 Häuser wurden zerstört, 409 Menschen kamen ums Leben. Extreme Wetterverhältnisse und Naturkatastrophen sind zwar schon immer in Südostasien vorgekommen, jedoch 2025 auf eine neue Rekordzahl angestiegen. Grund: der menschengemachte Klimawandel. Eine Beobachtung, die sich in den kommenden Jahren verschärfen wird – nicht nur in Asien.

Extreme Taifun-Saison in Vietnam

Der November 2025 war ein besonders harter für Vietnam. Allein in diesem Monat starben 102 Menschen aufgrund von extremen Wetterverhältnissen. Ende Oktober wurde vor allem Zentralvietnam um Hue, Hoi An und Da Nang von starken Regen getroffen. Straßen waren geflutet, Flüsse liefen über die Ufer, Bergstraßen waren blockiert und Hunderttausende Häuser ohne Strom. Kurz darauf folgte im November Taifun Kalmaegi – einer der stärksten Taifune, von denen das Land jemals betroffen war (1). Der Schaden wird auf über drei Milliarden US-Dollar geschätzt (2). Fast die Hälfte der vietnamesischen Bevölkerung mit etwa 101 Millionen Einwohner:innen lebt in Hochrisikogebieten. Zwar bereitet sich das Land jedes Jahr aufs Neue auf solche Stürme vor – diese werden aber immer gefährlicher.

Die sinkende Stadt

Auch Ho-Chi-Minh-Stadt im Süden Vietnams ist immer häufiger überschwemmt. Grund dafür: die Stadt sinkt. Ho-Chi-Minh gilt nach Jakarta, Indonesien, als die zweitschnellste sinkende Stadt der Welt und könnte bis 2050 komplett unter Wasser liegen. Studien der University of Natural Resources and Environment zeigen, dass von 2006 bis 2020 das Bodenlevel der Stadt zwei bis fünf Zentimeter pro Jahr gesunken ist. In Manchen Teilen sogar sieben bis acht Zentimeter (3). Deswegen führt auch leichter Regen immer wieder zu Überschwemmungen.

Es gibt mehrere Gründe für die sinkende Stadt. Manche Gebiete wurden auf zu schwacher Erde gebaut, an anderen Stellen gibt der Boden aufgrund des konstanten Drucks der schweren Trucks oder Tanker nach. Bis 2010 wurde in Ho-Chi-Minh das Grundwasser exzessiv abgepumpt, was stark zur heutigen Lage beigetragen hat. Gleichzeitig konnte Regenwasser oft aufgrund der stark asphaltierten Stadt nicht in den Boden sickern – weniger Grundwasser führt zu sinkender Stadt (4).

Wieso gibt es hier Stürme?

Extreme Wetterverhältnisse in Südostasien sind nicht ungewöhnlich. Im Westpazifik gibt es die meisten Tropenstürme weltweit. Vietnam gilt als eines der am meisten hochwassergefährdeten Länder der Welt. Jedes Jahr sind vor allem die Regionen im Norden und Zentrum des Landes von Taifunen betroffen (5). In den letzten Jahren stiegen die Zahlen jedoch ungewöhnlich hoch. Grund hierfür sind die steigenden Meerestemperaturen, die in den vergangenen acht Jahren jedes Jahr neue Rekorde verzeichneten. Durch wärmere Ozeane, die durch den menschengemachten Klimawandel entstehen, werden Naturkatastrophen wie Taifune wahrscheinlicher (6).

Zerstörung auch auf den Philippinen

Besonders auf den Philippinen gab es 2025 viele Stürme. Durch die letzten beiden Taifune, Kalmaegi und Fung-Wong, starben 259 Menschen. Über 8.5 Millionen Menschen waren betroffen (7). Die Stärke der Stürme in den Philippinen ist aber nicht der einzige Grund für das Ausmaß der Zerstörung. Im vergangenen Juli gab es einen Korruptionsskandal, der veröffentlichte, dass dem Land 9.2 Milliarden US-Dollar für das Hochwasserschutzprogramm fehlten (8). Riesige Proteste insbesondere vonseiten der jungen Bevölkerung folgten. Denn immerhin: 443 Millionen Dollar davon hätten schon investiert sein sollen zu dem Zeitpunkt, wo der Taifun auf die Philippinen traf. Viele der 10.000 Projekte zum Ausbau des Schutzes vor Naturkatastrophen wurden mit billigen Materialien gebaut – oder überhaupt nicht (9).

Was sagt die Zukunft?

In den kommenden Jahren werden vor allem ärmere Inselstaaten und Länder in Afrika von den Auswirkungen des Klimawandels getroffen werden (10). Manche Prognosen sagen, dass es bis 2050 um die 200 Millionen Klimageflüchtete geben wird. Die genauen Zahlen dieser Schätzungen lassen sich aber schwierig festhalten (11).

Am schnellsten erwärmt sich jedoch Europa. In Italien sind bisher 38.000 Menschen aufgrund von Hitzewellen gestorben. Die Auswirkungen wird auch Deutschland langfristig spüren. Hitzewellen und Überflutungen werden weiterhin zunehmen, sofern keine Maßnahmen ergriffen werden (12).

Quellen

(1) https://edition.cnn.com/2025/11/06/asia/typhoon-kalmaegi-philippines-damage-vietnam-intl-hnk

(2) https://www.aa.com.tr/en/asia-pacific/natural-disasters-leave-hundreds-dead-or-missing-in-vietnam-in-2025/3754143#

(3) https://vietcetera.com/en/ho-chi-minh-city-is-sinking-what-you-need-to-know

(4) https://vietcetera.com/en/ho-chi-minh-city-is-sinking-what-you-need-to-know

(5) https://www.tagesschau.de/ausland/asien/tote-ueberschwemmungen-vietnam-102.html

(6) https://edition.cnn.com/2025/11/06/asia/typhoon-kalmaegi-philippines-damage-vietnam-intl-hnk

(7) https://www.aa.com.tr/en/asia-pacific/death-toll-from-typhoons-in-philippines-climbs-to-259-report/3741452

(8) https://edition.cnn.com/2025/12/19/asia/philippines-flood-control-marcos-corruption-dst-intl-hnk

(9) https://edition.cnn.com/2025/12/19/asia/philippines-flood-control-marcos-corruption-dst-intl-hnk

(10) https://www.tagesschau.de/wissen/klima/klima-risiko-index-extremwetter-100.html

(11) https://mediendienst-integration.de/fluechtlinge/klimawandel-und-flucht/prognosen-wie-viele-klimafluechtlinge-wird-es-geben/

(12) https://www.tagesschau.de/wissen/klima/klima-risiko-index-extremwetter-100.html

3 Kommentare

  1. Raini

    Schon dramatisch das der Mensch einfach baut ohne sich um den Untergrund zu kümmern.Gletscher schmelzen.Berghänge brechen.Inseln versinken.Ob man es aufhalten/verlangsamen kann/konnte,wird sich erst in 50-100 Jahren sehen.

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