11. Oktober bis 21. November 2025
Eine meiner schlechtesten Reiseentscheidungen habe ich in Vietnam getroffen. Viel zu spät habe ich gelernt, dass das Ende der Regenzeit im Norden der Anfang der Regenzeit in Zentralvietnam bedeutet (Ja, natürlich hätte ich auf die Wettervorhersagen schauen können). Aber aufgrund eines kürzlichen Taifuns im Norden und den dadurch andauernden Erdrutschen und Aufräumarbeiten, sollte es stattdessen für mich (und meinen Travelpartner Ollie) mit dem Roller südlich gehen. Von Hanoi bis Ho-Chi-Minh Stadt. 1.500 Kilometer durch vietnamesische Gebirge und entlang weißer Strände – das hatte ich mir erhofft – vor allem, nachdem eine ganz ähnliche Reise 2019 wegen eines Unfalls mit dem Roller (danke, Marvin) zu kurz gekommen ist. Also Versuch Nummer Zwei!
Ollie und ich fuhren gen Süden und damit voll rein in die Regenfront. Etwa 400 Kilometer vor Da Nang mussten wir umkehren. Die vor uns liegenden Straßen waren überschwemmt und das Risiko von Erdrutschen zu hoch. Manche Gebiete waren überhaupt nicht befahrbar.
Was für mich und andere Tourist:innen auf unserer Reise nur eine Unbequemlichkeit darstellt oder maximal eine Änderung der Reiseroute zur Folge hat, bedeutet für die Bewohner:innen in Vietnam Bedrohung und Zerstörung – was zwar aufgrund der geographischen Lage schon lange zur Normalität gehört, aber in diesem Jahr so schlimm war wie nie zuvor (dazu mehr im letzten Text).
Nach einem gescheiterten Versuch, im Katastrophengebiet auszuhelfen, weil die Organisation keine neuen Hilfsprojekte für Freiwillige gestartet hat, ging es für mich schlussendlich doch in den Norden Vietnams, wo ich ganz für mich alleine die wunderschönen Bergregionen erkunden konnte. Hier gab es einige besondere Momente für mich. Im Nordosten fuhr ich zu einem Wasserfall, bei dem ich auf die chinesische Grenze blicken konnte. Ich erinnere mich, wie aufregend und euphorisch ich wurde – ich wollte unbedingt nach China. Der Gedanke hat mich seit diesem Wasserfall nicht losgelassen hnd dazu geführt, dass China mein nächstes Ziel wurde.
Weil ich ja eh mit meinem eigenen Roller im Norden unterwegs und so nah dran am Ha Giang Loop war, entschied ich mich dafür, die Strecke einfach mal auszuchecken. Ha Giang wollte ich eigentlich nie fahren. Über die Jahre hat sich die Motorrad-Rundreise zu einem sehr beliebten Reiseziel für vor allem junge Backpacker entwickelt. Ich war mir sicher, mich würden die Massen stören und andere schöne Strecken würde ich auch woanders finden. Am Ende fuhr ich Ha Giang alleine, nur für mich, und es war ein Highlight meiner Reise.
Bilder aus fünf Wochen Vietnam












In Phong Nha gibt es einige wunderschöne Höhlen.













