Das Pulverfass Chinesisches Meer. So wird mittlerweile das Meer zwischen Taiwan und China umschrieben, denn der Konflikt zwischen den beiden Ländern hat sich in den vergangenen Jahren zugespitzt. Eine Eskalation hätte nicht nur für Taiwan dramatische Folgen. Dieser Konflikt betrifft die ganze Welt.
Immer wieder kommt es zu groß angelegten Militärübungen von Chinas Armee an Taiwans Küsten. Erst Anfang vergangenen Aprils waren chinesische Schiffe, Flugzeuge und Raketentruppen an fast allen Küstengebieten Taiwans unterwegs – zu Übungszwecken, wie China behauptet. Dabei hat das Land schon lange angekündigt, Taiwan in den nächsten Jahrzehnten die „Wiedervereinigung“ mit Taiwan zu fordern – obwohl Taiwan nie Teil von China war.
Aber was hat es mit diesem Konflikt auf sich?
Der Streit zwischen den beiden Ländern geht auf den chinesischen Bürgerkrieg zurück, als die Truppen der nationalchinesischen Kuomintang (unter Herrschaft von Chiang Kai-Shek) nach ihrer Niederlage gegen die Kommunisten (unter Mao Tsetung) nach Taiwan flüchteten. In Peking wurde 1949 die kommunistische Volksrepublik gegründet, während sich Taiwan als Republik China seit den 1990er Jahren zu einer freiheitlichen Demokratie entwickelte. Die „Wiedervereinigung“ sei laut chinesischer Staatsführung Teil des „Chinesischen Traums“. Xi Jinping erklärte 2019, dass „auf dem Weg zum Wiedererstarken den chinesischen Volkes“ Taiwans Landleute nicht fehlen dürften. Aber auch geostrategisch ist Taiwan für China bedeutsam, denn Taiwan liegt an international wichtigen Meerestraßen. Bis 2049 will China das Nachbarland erobern, manchmal ist sogar von 2035 die Rede.
China behauptet also, die Militärmanöver vor Taiwans Küsten seien nur Übungen, sagt aber gleichzeitig, dass es das Land notfalls auch mit militärischer Gewalt erobern will. Taiwan unterdessen beharrt hartnäckig auf der eigenen Unabhängigkeit. Im Alltag befürchtet Bevölkerung Taiwans eher keine Bedrohung. Auch ich höre öfter von Taiwanesen, dass China ein „Hund sei, der zwar belle, aber nicht beißen würde“.
China setzt Taiwan aber auch mit Handelsmaßnahmen unter Druck. So stoppte Peking beispielsweise 2021 den Import von Ananas, weswegen in Taiwan der Export um mehr als die Hälfte zurückging. Zuvor kaufte China 97 Prozent der Produktion ab. Daraufhin nahm kurzerhand Japan die verbliebenen Früchte ab, um mit Taiwan zusammenzustehen. Mit dieser Maßnahme versuchte die chinesische Regierung, Taiwans Landwirte dazuzubringen, für die Partei zu stimmen, die gute Beziehungen zum chinesischen Festland verspricht.
Das Wachsen der chinesischen Armee
Chinas Seeflotte wächst konstant. Die Zahl der Kriegsschiffe soll dieses Jahr noch auf 400 steigen. U-Boote besitzt das Land 65 Stück. Zwar ist die stärkste Marine der Welt immer noch die USA, doch ist zahlenmäßig China mit zwei Millionen Soldaten bereits überlegen. Die militärische Ausbildung wird derzeit intensiviert, denn Staatschef Xi Jinping will eine „Weltklassearmee“ erschaffen. Hierfür wurden im vergangenen Jahr 304 Milliarden US-Dollar ausgegeben.
Der Nachteil derzeit: Chinas Armee ist kaum kampferprobt. Der letzte Einsatz ist bereits Jahrzehnte her. Doch die Armee unterstützt mittlerweile auch Russland im Kampf gegen die Ukraine.
Zurzeit sollen fünf weitere wichtige Schiffe gebaut werden, die auf „amphibische Angriffe“ ausgelegt sind. Damit bereitet sich China möglicherweise auf die Umsetzung konkreter Invasionspläne vor.

Die Rampe dieses Schiffes reicht bis zu 120 Meter und ist in der Lage, Panzer direkt am Strand zu landen. Taiwan greift nun zu Maßnahmen zur Stärkung seiner Verteidigungsstrategien. So gibt es Übungen mit scharfer Munition mit selbst entwickelten Raketensystemen und eine intensivere Anwerbung neuer Soldaten.
Was haben andere Länder damit zu tun?
Wie bereits erwähnt, hätte eine Eskalation Folgen für die gesamte Welt. Die Taiwanstraße ist eine der wichtigsten Routen für den Welthandel. Außerdem ist Taiwan Chip-Lieferant Nummer eins und versorgt all unsere Smartphones und Laptops damit. Auch Japan könnte im Kriegsfall zum Ziel chinesischer Angriffe werden, da das Land aktiv Taiwan unterstützt. Die allermeisten Länder hingegen halten keine offiziellen diplomatischen Beziehungen zu Taiwan. Darunter auch Deutschland. Aktuell erkennen nur 13 Staaten Taiwan als eigenständigen Staat an, größtenteils kleine Inselstaaten.
Ein offener Krieg gilt nach wie vor als unwahrscheinlich, weil die Eroberung Taiwans selbst für die rasant wachsende Armee Chinas eine immense Herausforderung darstellt. Die Meeresstraße „Taiwanstraße“ ist eine natürliche Barriere. Doch mit Trump als Präsidenten in den USA kommt ein weiterer Risikofaktor hinzu. Er könnte womöglich mit Xi Jinping einen Deal vereinbaren, befürchten Experten.
Quellen:
https://www.tagesschau.de/ausland/asien/china-militaer-manoever-taiwan-100.html
https://www.tagesschau.de/ausland/asien/militaeruebung-taiwan-hintergrund-100.html
https://taz.de/Konflikt-um-Taiwan/!6076303
Du hast es mit Distanz zu dem Konflikt geschrieben.Leider sind zu diesem Zeitpunkt viele „Landesfürsten“ Weltweit nicht in der Lage so zu agieren es nicht zu einem Krieg kommt.Daher ist es umso wichtiger durch Reportagen /Blogs/Berichten immer wieder daran erinnert zu werden das es so nicht weitergehen kann. …..weiter so